Not wendend

kommt zum Wasser

Das Wort vom Jahrhundertsommer leidet unter der Inflation. Wenn gefühlt jedes Jahr neue Hitzerekorde erlebt werden, dann haben wir keinen Jahrhundertsommer, sondern ein Dauerproblem. Ausverkaufte Klimaanlagen und Ventilatoren sind da nur ein Symptom dafür. 
Viele leiden unter der Hitze, und etliche brauchen ganz konkrete Hilfe, um durch den Sommer zu kommen.
Die Solidarität von Nachbarn und Familie und vom Freundeskreis ist gefragt. Aufeinander aufpassen und füreinander sorgen ist das Motto des Tages.

Wer das tut, sieht sich in guter Gesellschaft, der besten die es gibt: Nämlich der Gesellschaft Gottes. Im Buch des Propheten Jesaja (55,1) tritt Gott als fürsorglicher Gastgeber auf, der für das Wichtigste sorgt, das wir Menschen brauchen: Wasser.
Er ruft uns zum Wasser, weil er weiß, dass wir zu wenig trinken. Er macht uns unseren Durst bewusst und lädt ein, ihn zu löschen.

Das ist ein wichtiger Grundsatz, wenn wir uns um Menschen in Not kümmern: Zunächst für das Allernotwendigste sorgen. Und das ist nunmal Wasser.

Die theologische, also die auf Gott bezogene Deutung kommt erst danach. Gott selbst findet das offensichtlich richtig so.
Natürlich sind wir gewohnt, zu abstrahieren und sofort an die Seele zu denken, deren Durst von Gott gelöscht wird. Das Wasser ist dann das Symbol für die geistliche Dimension, für die Antwort Gottes auf unsere Fragen und Zweifel. Das ist ja auch wichtig für gläubige Menschen.

Es ändert aber nichts daran, dass wir Wesen sind, die nicht nur aus der Seele bestehen. Es gibt auch den Körper, und die Verbindung zwischen den beiden ist noch lange nicht ausreichend erforscht. 
Wer also haupt- oder ehrenamtlich Seelsorgerin oder Seelsorger ist oder wer sich einfach berufen fühlt, sich aus dem Glauben heraus um Menschen in Not zu kümmern, der sollte ganz pragmatisch anfangen. 

Jesus wird da sehr deutlich: „Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt 25,35)

Wer sich um das Notwendigste, also das Not wendendste kümmert, der kümmert sich bereits um den ganzen Menschen. Und das ist für den Anfang völlig ausreichend.

Ihr und euer
Diakon Edgar, der Diakon mit der Mütze

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