„Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.“ (Ps 23,1-3)
Es gibt Bilder, die in uns sofort ein Gefühl von Frieden auslösen. Eine saftige grüne Wiese, das sanfte Rauschen eines Baches, die Sonne auf der Haut, das leise Zirpen der Grillen. Solche Orte finden wir manchmal im Urlaub, draußen in der Natur, weit weg vom Alltag. Und genau dieses Bild zeichnet der Psalmist im 23. Psalm: ein Ort, an dem man atmen kann. Ein Ort, an dem nicht die To-do-Liste spricht, sondern das Herz.
David, der diesen Psalm dichtet, beschreibt nicht einfach nur eine schöne Landschaft. Er beschreibt eine Erfahrung mit Gott.
Gott ist für ihn wie ein Hirte, der ihn nicht antreibt, sondern zur Ruhe bringt. Nicht schneller, mehr oder höher heißt es hier. Vielmehr lagern, geführt werden, still werden.
In unserer Welt, die von Tempo, Erreichbarkeit und Leistung geprägt ist, klingt das fast wie eine heilige Unterbrechung. Urlaub kann so ein Moment sein.
Was wäre, wenn du deinen nächsten Spaziergang oder deinen Urlaubsort als Einladung Gottes verstehen würdest? Nicht nur als Erholung für den Körper, sondern als Heilraum für die Seele?
Was wäre, wenn du die grünen Auen und den Ruheplatz am Wasser nicht nur als schöne Kulisse siehst, sondern als Zeichen dafür, dass Gott dein Inneres stillen will, deinen Wunsch sieht nach Frieden, nach Sinn, nach Einfach-Dasein?
Ein kleiner Vorschlag für heute: Setz dich draußen hin, irgendwo, wo du dich wohlfühlst. Lass das Handy in der Tasche. Und sag einfach leise:
„Gott, hier bin ich. Lass mich ruhen bei dir.“
Vielleicht ist es genau dieser Moment, in dem dein Verlangen zur Ruhe kommt.
Ihr und euer Diakon Edgar


