Neben der Kathedrale in Seoul gibt es die Family Chapel, eine kleine Kirche, vor der
diese Statue zu finden ist. Gewidmet wurde sie Julianna (정영숙 / Jeong Young-sook,
1959-2022), die ihr Leben den Armen gewidmet hat. Sie steht damit stellvertretend für
die unzähligen Menschen der katholischen Kirche in Südkorea, die sich für die Caritas
einsetzen. Es fehlt an allen Ecken und Enden, da die Schere zwischen arm und reich
immer größer wird und staatliche soziale Systeme bei weitem nicht ausreichen. Die
Liste der Einrichtungen, die sich um Menschen in Not kümmern, ist dankenswerter
Weise sehr lang. Es gibt Migrantenzentren, Familien- und Gewaltberatungstellen,
Krankenhäuser und Suppenküchen, die alleine in Seoul für tausende Menschen täglich
sorgen.
Die Statue ist nicht leicht zu finden, man muss um eine Ecke herumgehen, erst dann
zeigt sie sich. Ich nehme das als Bild dafür, dass große Teile der caritativen Arbeit im
Hintergrund, im Verborgenen geschieht, was auch damit zusammenhängt, dass die
bedürftigen Menschen geschützt werden wollen und sollen vor den Blicken und dem
Urteil anderer. In Armut und Not zu leben ist nie einfach und oft mit Scham besetzt.
Hier in Südostasien ist es zudem eine Frage, wie schnell man das Gesicht verliert, weil
man nicht dem gesellschaftlich gewünschten Bild entspricht: Nämlich erfolgreich und
vor allem reich zu sein.
Dafür ist die Caritas da: Menschen in jedweder Not zu helfen, menschlich, zugewandt,
professionell. Das ist kein neuer Gedanke. Christus selbst hat uns den Auftrag dazu
gegeben: „Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das
habt ihr mir getan“ (vgl Mt 25,40). Denn hier geht es um die Bewahrung des Lebens.
Eine Statue weist darauf hin und wir alle sollen uns einbringen, damit das auf Dauer
auch gelingt.
Weiterhin eine gesegnete Osterzeit.
Ihr und euer
Diakon Edgar, der Diakon mit der Mütze

Sonntagsgottesdienst – Zeit für Gott, Zeit für uns
Der Sonntag schenkt uns eine besondere Pause im Alltag. Wir kommen zusammen, um Gottes

