Die bisherige Ordnung der Welt, so hören wir in diesen Tagen, sei vorbei. Es geht um Staatenbünde, militärische Konstellationen, Gier und Unverstand. Es geht um die Sicherung und Verunsicherung der Demokratie, es geht um Angstmacher und Kriegstreiber,
„Ordnung vorbei“ – das heißt ja zunächst, dass das, was wir als vorgegeben, als unveränderlich angesehen haben, was wir seit Jahr und Tag kennen, sich nach und nach in eine neue Wirklichkeit verändert hat – in neue Machtstrukturen, neue Erkenntnisse, wachsende Unsicherheit. Der weltweite Frieden hat zwar seit dem zweiten Weltkrieg noch nie wirklich existiert, ist aber offensichtlich noch mehr in Gefahr als bisher. Wir alle brauchen aber Frieden, innen und außen.
Im buddhistischen Yonggungsa-Tempel in Busan fand ich dieses Gebet, geschrieben auf ein goldenes Blatt, zusammen mit Gebeten in vielen anderen Sprachen. Ein schlichter, intensiver Text. Es geht um den Beginn von jeglichem Frieden: Denn dieser Beginn findet immer bei mir selbst statt, bei jedem und jeder einzelnen von uns. Mit sich selbst im Frieden zu sein ist der allererste Schritt, dass sich neuer Frieden ausbreiten kann, in der Familie, im Freundeskreis bis hin zum Miteinander der Staaten.
Unabhängig von Religion, Konfession und Weltanschauung: Wir sollten in diesem einen Punkt alle zusammenhalten. Wir werden dann die Welt verändern. Wir können so selbst an der neuen Weltordnung mitarbeiten.
Ihr und euer Diakon Edgar

