Zwei Männer sitzen an einer Bar. Der eine sagt zum anderen: Bestell was immer du willst, egal was.
Der andere schaut sehr nachdenklich und sagt dann zum Barkeeper:
Einmal bitte Frieden auf Erden.
Wenn es nur so einfach wäre, den Frieden auf Erden zu bekommen.
Von Tag zu Tag scheint der Frieden immer noch zerbrechlicher, immer noch weiter weg.
Die Menschheit hat das Wissen, wie das gehen könnte, in Frieden zu leben, sie wendet es aber nicht an.
Ich denke mir oft: Warum werden die gewählt, warum sind oft die an der Macht, die den Frieden gefährden oder unmöglich machen?
Denn eigentlich sind die Menschen ja voller Sehnsucht nach einem friedlichen Miteinander. Viele davon sind aber auch zutiefst verunsichert. Sie wollen scheinbar einfache Lösungen, scheinbar einfache Wege – und diese Sehnsucht wird dann mit Abgrenzung und Ausgrenzung und Protektionismus beantwortet.
In einer globalen Welt muss aber genau das Gegenteil passieren. Als Christen glauben wir an einen Gott, der keinen Unterschied macht zwischen den Menschen, egal wie sie aussehen oder woher sie kommen.
Das wird sehr deutlich bei Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus (Eph 2,13-18), wo er schreibt, dass Jesus Christus Juden und Heiden vereinigt hat und die trennende Wand der Feindschaft niedergerissen hat. Und dadurch Frieden schuf.
Juden und Heiden waren damals zwei schier unversöhnliche Gruppierungen. Entweder glaubte man an den einen Gott, wie die Juden, gehörte zum auserwählten Volk, wie es im Alten Testament beschrieben wird, oder man glaubte etwas anderes, oder gar nichts oder an eine Vielzahl von Göttern wie die Heiden. Das war nicht vereinbar. Und dadurch gab es einen großen Streit unter den Christen, die der Meinung waren, nur die Juden könnten zum Heil, zu Christus, zu Evangelium finden, mit denen, die der Meinung waren, das Evangelium sei für alle Menschen da.
Wenn die erste Gruppe recht behalten hätte, wäre von uns heute keiner ein Christ. Denn wir alle waren keine Juden, bevor wir getauft wurden.
Wir alle waren Heiden, auch wenn wir nicht an irgendwelche anderen Götter vor der Taufe geglaubt haben.
Jesus Christus hebt die Trennung auf. Seine Lehre lautet: Ihr seid eins, ihr gehört zusammen, ich schau nicht auf eure Vorgeschichte, sondern nur darauf, ob ihr mir nachfolgt, ob ihr dem Evangelium glaubt, ob ihr euch taufen lasst.
Jesus Christus hat damit ein für alle Mal festgelegt, dass es keine Unterschiede zwischen uns Menschen gibt außer dem einen, ob wir dem Evangelium folgen oder nicht.
Und das ist der erste Schritt hin zum Weltfrieden.
Unser Barkeeper könnte auf die Bestellung des Mannes antworten: „Wir verkaufen hier nicht den Weltfrieden, aber schauen Sie doch mal nebenan, in der Buchhandlung. Die haben die Bibel im Angebot.“
Diakon Edgar, der Diakon mit Mütze

