Vom Bild zur Bibelstelle:
Zunächst ist es nur eine schwarze Fläche. Wenn aber das richtige Hilfsmittel genommen wird und man anfängt zu kratzen, kommen Farben heraus und es entsteht ein fröhliches Bild. Mit etwas Kreativität und Spaß am Gestalten entsteht etwas Gutes. Dabei ist es durchaus ein wenig überraschend, welche Farbe an welcher Stelle sichtbar wird und wie sich dann alles ineinander fügt. Es gibt ein wunderbares Ergebnis.
Mich erinnert das an das Sonntagsevangelium vom 17. Sonntag im Jahreskreis (B).
„Hier ist ein kleiner Junge“ – das sagt der Apostel Andreas zu Jesus (vgl. Joh 6,1-15). Die Bibelstelle ist ziemlich bekannt. Es geht um die Frage, wie sehr viele Menschen am See von Tiberias etwas zu essen bekommen. Der kleine Junge hat fünf Brote und zwei Fische dabei. Das ist aus Andreas‘ Sicht für die Verpflegung der vielen Leute natürlich zu wenig.
Jesus aber schaut anders auf die Dinge. Er sieht nicht die schwarze Fläche, er sieht nicht die Hoffnungslosigkeit, sondern schaut dahinter. Jesus hält sich nicht damit auf, über die Menge des Essens zu reden, sondern betet – er dankt Gott, wahrscheinlich für die Gaben der Schöpfung, und teilt danach alles aus – und alle werden satt.
Das ist mehr als eine einfache kreative Aktion. Das ist die Darstellung von Gottes Wirken. Wir bezeichnen es gerne als Wunder.
Im Blick auf das Bild bekommen wir eine Ahnung davon. Das Bild können wir uns erklären – Gottes Wirken nicht. Aber das macht nichts – denn es geht hier nicht so sehr ums Wissen. Unser Glaube ist gefragt.
Alles Gute
Euer Diakon Edgar, der Diakon mit der Mütze


