„Einen wunderschönen, vom Geist Gottes durchströmten Sonntagmorgen. Wir feiern den Geburtstag der Kirche. Und wenn die Kirche schon Geburtstag hat, dann feiern wir gleich mit!“
So begrüßte Diakon Dr. Edgar Krumpen am Pfingstsonntag 2026 die zum Festgottesdienst versammelte Gemeinde. Über 60 Menschen waren gekommen, um mitzufeiern; dazu noch über 50, die sich online zugeschaltet hatten. In der Kirche versammelt waren zum Beispiel die Abgesandten der Deutschen, der Österreichischen und der Schweizer Botschaft. Zwei koreanische Priester der Jesuiten waren dabei und auch ein Priester aus Kenia, auch die evangelische Pfarrerin Mi-Hwa Kong.
Vorsteher war Pfarrer Dr. Michael Bauer von der Gemeinde in Shanghai, der in inzwischen jahrzehntelanger Verbundenheit mit der Gemeinde in Seoul gerne zugesagt hatte zu kommen und die Festpredigt zu übernehmen. Er erzählte humorvoll von seinem Weg in die Auslandsseelsorge und betonte anhand von fröhlichen und nachdenklichen Lebenssituationen die Geistesgaben der Frömmigkeit, der Stärke und Tapferkeit und der Einheit.
„Für jede Auslandsgemeinde, ja für jede christliche Gemeinde sollte Gott der Mittelpunkt sein… Gott ist der Kompass unseres Lebens… Der Heilige Geist lädt uns ein, als Einzelne wie auch als Gemeinschaft etwas zu wagen, etwas zu riskieren. Wenn wir immer nur auf Sicherheit gehen, ist die Gefahr groß, dass wir als Menschen zu Marionetten von anderen werden und als Gemeinde besteht die Gefahr der Erstarrung. … In einer Welt, wo oft die extremen, polarisierenden, aufhetzenden Stimmen gehört werden, die Spaltung und Trennung provozieren wollen, ist es wichtig, dass wir Christen Botschafter der Einheit und des Friedens sind. Sowohl in der Kirche, zwischen den Konfessionen und Religionen, wie auch in der Welt. Es wäre ganz besonders toll, wenn der Weltjugendtag, der kommenden Jahr in Seoul stattfindet, ein solches Zeichen der Einheit setzen könnte… Danken wir Gott für 40 Jahre deutschsprachige katholische Gemeinde Seoul, für die großartigen Menschen in dieser Stadt und bitten wir um seinen Segen für die deutschsprachige katholische, wie auch in ökumenischer Verbundenheit für die deutschsprachige evangelische Gemeinde wie für alle Menschen in Seoul und Korea und bitten wir: Komm, Heiliger Geist, entfache deine Gläubigen mit dem Feuer deiner Liebe und schenke uns deine Gaben der Frömmigkeit, der Tapferkeit und der Einheit. Amen.“
Die liturgische Feier ging über in einen fröhlichen Empfang im Gemeindesaal. Diakon Edgar wies in seinem Grußwort auf zwei zentrale Aufgaben der Kirchen hin: Einerseits ein reflektierter Umgang mit Künstlicher Intelligenz, da diese niemals die Verkündigung des Evangeliums übernehmen können und dürfe, und andererseits der immer wichtiger werdende Auftrag, sich für den Frieden in der Welt einzusetzen.
Die in Korea anerkannte und beliebte koreanische Künstlerin Juri Julia Kim machte der Gemeinde ein großes Geschenk: Sie gestaltete sechs Altarkerzen, die sowohl diakonische Grundthemen aufgreifen als auch die Eucharistie als Quelle und den Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens thematisieren.
Die Deutschsprachige Katholische Gemeinde in Korea ist mit Christus an ihrer Seite auf einem guten Weg in die Zukunft. Sein Segen begleite sie jeden Tag.











