Vor einigen Wochen hatte ich ein interessantes Gespräch mit zwei Koreanern, die mich darauf hinwiesen, dass sie Christen sind und ich sei ja nur katholisch. In mancher presbyterianischen Predigt wird das katholische Glaubensverständnis auf die Gottesmutter Maria reduziert, die wir angeblich anbeten (und Gott nicht) – was natürlich Unsinn ist. Wenn es so wäre, wären wir tatsächlich keine Christen.
Maria wird verehrt, nicht angebetet – ein wichtiger Unterschied, den es zu klären gilt. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet hier ein paar Stichworte und Argumente aus der katholischen Theologie, die diese Unterscheidung erläutern.
In der katholischen Theologie gibt es eine klare Unterscheidung zwischen Anbetung und Verehrung. Anbetung gebührt allein Gott, während Verehrung den Heiligen und auch Maria zukommt. Maria spielt eine besondere Rolle im Heilsplan, da sie die Mutter Jesu ist und als Werkzeug des göttlichen Plans verehrt wird, doch sie bleibt ein Geschöpf, nicht Gott.
Maria wird als Fürsprecherin verehrt, doch alle Gnade kommt von Gott. Maria ist nicht Gott, sie hat aber den Gottessohn zur Welt gebracht. Im Magnificat (Lk 1,46-55) preist Maria selbst Gott und erkennt ihn als ihren Retter an. Sie verherrlicht Gott. Daher: Maria wird nicht angebetet.
Die Verehrung Mariens entspricht der Heiligenverehrung, jedoch in einem höheren Maße. Das Ave Maria, Gegrüßet seist du Maria, zeigt dies deutlich: Der zweite Teil des Gebets ist eine Bitte um Fürsprache, keine Anbetung: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns…“
Das Konzil von Ephesus (431) erklärte Maria zur Gottesgebärerin (Theotokos), um die Göttlichkeit Christi zu betonen, nicht um Maria zu vergöttlichen. Auch die marianischen Dogmen, wie zu Beispiel die Aufnahme Mariens in den Himmel, drücken ihre besondere Rolle aus, ohne sie jedoch zu einer Göttin zu machen.
Der Katechismus der Katholischen Kirche fasst dies zusammen, indem er die klare Unterscheidung zwischen der Anbetung, die Gott allein zusteht, und der Verehrung, die Maria und den Heiligen zukommt, betont. Wir lesen dort: „Die Marienverehrung ist eine einzigartige Verehrung, die sich aber wesentlich vom Kult der Anbetung unterscheidet, der allein der heiligsten Dreifaltigkeit dargebracht wird. Diese besondere Verehrung findet ihren eigenen Ausdruck in den der Gottesmutter gewidmeten liturgischen Festen und im marianischen Gebet, etwa im Rosenkranz, der Kurzfassung des ganzen Evangeliums.“ (KKK 971)
Und wenn ihr das nächste Mal in eine Diskussion zu dem Thema kommt, habt ihr wichtige Argumente an der Hand.

