Sie sind meistens nicht besonders tiefgehend: Kalendersprüche. So etwas wie „Jeder Tag ist eine neue Gelegenheit, zu lächeln.“ Solche Worte stimmen in der Regel, irgendwie jedenfalls. Sie können auch mal motivierend sein. Mehr aber auch nicht.
Da ist es schon etwas Besonderes, mal einen ganz anderen Spruch zu lesen. Ich fand ihn im Septemberblatt 2026 des Kalenders der Katholischen Universität Gwangju. Natürlich hat so ein Kalender einer renommierten Universität einen gewissen Anspruch. Dennoch regt gerade dieser Spruch zum Weiterdenken an.
Übersetzt heißt das ungefähr:
Da du, Gott, uns zu deiner Freude machst,
wie könnten wir dir da Schmerz zufügen?
Er stammt aus der koreanischen Liturgie zur eucharistischen Anbetung.
Und er verweist uns darauf, dass wir nicht nur Geschöpfe sind – das allein bringt eine große Verantwortung anderen Menschen gegenüber mit sich – sondern auch, dass wir eine Verantwortung ihm gegenüber haben.
Wir fügen Gott Schmerzen zu, wenn wir uns von ihm abwenden, wenn wir nicht nach seinen Geboten leben, wenn wir der Welt und der Schöpfung Unrecht tun und sie zerstören.
Jede und jeder von uns ist aufgerufen, das vermeiden. Sich Gott zuzuwenden ist nicht zu schwer. Er hilft uns dabei, so dass wir die tiefe Freude spüren dürfen, die in der Begegnung mit ihm entsteht.
Und dann brauchen wir gar keine Kalendersprüche mehr, die nur an der Oberfläche bleiben. Mit Gott unterwegs zu sein heißt immer, Tiefgang zu erfahren.
Ihr und euer
Diakon Edgar, der Diakon mit der Mütze


